Presseerklärung zum Umspannwerk

Dem Markt Murnau bietet sich momentan die Jahrhundert-Chance, das Umspannwerk vom zentralen Standort mit Wohnbebauung aus der Dr. Schalk-Straße an den Ortsrand zu verlegen, da das Bayern­werk In­vestitionen plant und auch bereit ist, in einen neuen Standort zu investieren.

Um einen geeigneten neuen Standort zu finden, hat die Verwaltung, allen voran das Bauamt und die Ge­meindewerke, bereits im Vorfeld Alternativen gesucht und dort Gespräche mit den betroffenen und umlie­genden Grundstückseigentümern geführt. Als bester bzw. einzig sinnvoller alternativer Standort hat sich ein Grundstück rund 200 Meter südöstlich der jetzigen Grüngutdeponie herausge­stellt.

Auftrag der Verwaltung ist es, dem Gemeinderat belastbare Daten und Fakten zu liefern, auf deren Basis sachlich diskutiert und eine fundierte Entscheidung getroffen werden kann.

Sachlich diskutieren und eine fundierte Entscheidung finden, das ist im Sinne ihres Auftrags dem Gemeinw­ohl zu dienen die Pflicht aller Gemeinderäte.

Derzeit verhält es sich aber leider so, dass anstelle einer lösungsorientierten Diskussion lediglich die Aussa­gen von Gutachtern und Fachleuten in Frage gestellt werden. Es entsteht der Eindruck, dass ei­nige Kritiker das Projekt „Verlagerung des Umspannwerks“ so lange verzögern wollen, bis die Zeitvor­gabe, die das Bay­ernwerk für eine Standortentscheidung gestellt hat, nicht mehr eingehalten werden kann, und das Vorha­ben platzt.

Ist damit dem Gemeinwohl gedient?

Aussagen einiger Räte, dass die Anwohner am derzeitigen Standort das Umspannwerk „gewohnt sind“ und es deswegen keiner Verlagerung bedürfe, wirken überdies ausgesprochen zynisch.

Um es zu wiederholen: Dem Wohl aller Bürgerinnen und Bürger ist der Gemeinderat in seiner Ge­samtheit verpflichtet. In Zusammenhang der Verlegung des Umspannwerkes geht es neben einer al­len Bürgern zu Gute kommenden Ortsentwicklung vor allem um das Wohl jener, die seit Jahren unter bzw. in der Nähe von Hochspannungsleitungen leben.

Ihr Lebensumfeld ließe sich erheblich verbessern. Durch die Verlegung des Umspannwerks an einen neuen Standort würde die Belastung durch Elektrosmog reduziert, weil die Überlandleitungen abge­baut und un­terirdisch verlegt werden können. Bürgerinnen und Bürger am Hauserberg, Längenfeld­weg, Dr. Schalk Stra­ße gewinnen an Lebensqualität. Am neuen Standort sind keine Anwohner betrof­fen, weil es keine Wohnbe­bauung gibt.

Wir sind überzeugt, dass ein neues Umspannwerk im Osten Murnaus mit architektonischem Geschick gut in die Landschaft eingefügt werden kann.

Zu den guten demokratischen Gepflogenheiten gehört es, die Argumente von Befürwortern wie Kriti­kern anzuhören und deren Argumente abzuwägen.

Es wäre darum wichtig, dass die Bürger, die für eine Verlegung des Umspannwerks in den Osten Mur­naus sind, sich deutlich äußern und nicht schweigend den Gegnern das Feld überlassen.

 

Anna Schlegel-Herz

Für die Fraktion ÖDP/Bürgerforum Murnau