Cardis Reynolds: Betriebsgröße auf mittlere Sicht konstant – Arbeitskräftemangel größtes Problem

Im Großen und Ganzen ist Rudolf J. Resch, der Geschäftsführer der CARDIS Reynolds GmbH, zufrieden mit den Standortbedingungen im Kemmelpark: Der Mietvertrag wurde gerade um 5 Jahre verlängert, und die wichtigste logistische Voraussetzung ist gegeben, nämlich eine verlässliche und ausreichend schnelle Internetanbindung über eine Glasfaserleitung.

Die CARDIS Reynolds GmbH - seit 2006 Tochter des amerikanischen Reynolds and Reynolds Konzerns - entwickelt und implementiert seit über 30 Jahren Software für Autohändler. Zur Zeit sind in Murnau etwa 85 Mitarbeiter beschäftigt, 20 von ihnen als Programm-Entwickler, 17 arbeiten in der Hotline. Die sog. Dealer-Management-Systeme von CARDIS Reynolds decken alle Geschäftsprozesse im Autohaus ab, sei es im Bereich Neu- und Gebrauchtwagenhandel, Werkstatt, Lager und Logistik, Finanzbuchhaltung oder Planung und Personalwesen.

Größter Kunde sind die BMW-Händler, etwa 70% aller Vertretungen in Deutschland. Doch auch Händler anderer Marken werden von CARDIS Reynolds betreut. Die beiden aus einer Vielzahl an Programm-Modulen zusammengesetzten Dealer-Management-Systeme heißen "Formel 1 evolution" und "Euro Plus". Mit "Formel 1 evolution" werden vorwiegend die BMW Händler bedient, die Geschäftsprozesse anderer Kunden - u.a. Renault, Hyundai oder Nissan - laufen über "Euro Plus".

Diese und eine Fülle weiterer Informationen waren die Ausbeute des ersten in einer langen Reihe von Betriebsbesuchen, die Teil der Wahlkampagne des Murnauer Bürgermeisterkandidaten Rolf Beuting sind. Dem geht es dabei nicht in erster Linie darum für sich zu werben - viele der Gesprächspartner wohnen außerhalb und sind somit keine potentiellen Wähler. Es geht ihm darum, kennen zu lernen - überhaupt zu lernen: wie ist die Situation von Betrieben und Unternehmen in Murnau, wie bewerten sie den Standort, welche Anregungen oder Wünsche haben sie an die Kommunalpolitik.

In diesem Sinne sieht Rudolf Resch eine entscheidende Standortschwäche im Arbeitskräftemangel. Wobei er betont, dass es nicht einmal nur die "qualifizierten", sondern die Arbeitskräfte überhaupt seien, an denen es mangelt. Obwohl CARDIS Reynolds im Schnitt 6 Auszubildende hat, die - sofern sie die Ausbildung abschließen - immer auch übernommen werden, hätte man 2013 fünf bis acht zusätzliche Mitarbeiter gebraucht. Derzeit werden mindestens vier gesucht. "Für Ausschreibungen gebe ich einige zehntausend Euro jährlich aus", sagt Resch.

Dieser Mangel ist allerdings nicht spezifisch für Murnau oder die Region. Ganz Deutschland fehlt es beispielsweise an Software-Entwicklern.