Geiger Automotive GmbH: Gibt es noch eine Chance für den Standort Murnau?

„Ich könnte mir immer noch vorstellen in Murnau zu bleiben“, sagt Dr. Peter Reif im Gespräch mit Rolf Beuting, „wenn Geiger Automotive entweder langfristig günstig mieten kann oder für - sagen wir maximal fünf Jahre eine vergleichsweise ungünstige Miete zahlen muss, dafür aber eine preislich vertretbare Kaufoption mit der realistischen Aussicht auf schrittweisen Zuerwerb bekommt.“

In der Zeit der Eigentümerschaft des niederländischen Finanzinvestors HTP wurde die Basis für die Sanierung des Unternehmens gelegt. Nun ist wieder Raum für Innovationen und Entwicklung gegeben.
Um Entwicklung und Innovation betreiben zu können, muss die Geiger Automotive nicht nur den auf zwei Orte verteilten Betrieb – in Eschenlohe wird ein Warenlager unterhalten – zusammenlegen. Sie muss auch erweitern, unter anderem um Betriebsabläufe zu optimieren. Alles zusammen ist dringend notwendig, weil „die Autozulieferer-Industrie unter enormen Wettbewerbsdruck steht“.

 Seit November letzten Jahres führt Reif als CEO (Chief Executive Officer) die Geiger Automotive GmbH in Murnau, die Kunststoffkomponenten für die Automobilindustrie fertigt. Und der Standort ist nun gefährdet. Nach seinem Dienstantritt hat Reif sofort begonnen mit den Eigentümern des Standorts Murnau Gespräche bzüglich Verlängerung der Mietverträge zu führen.

„Im Anschluss bin ich mit einem recht guten Gefühl in die Weihnachtsferien gefahren“.

 Mit Jahresbeginn hat sich die Situation jedoch wesentlich anders dargestellt. Die geforderten Mieten bzw. Kaufpreise entsprechen in keiner Weise den Möglichkeiten eines Automobil Zulieferbetriebs.

Nun sieht Reif sich nach einem neuen Standort um, denn: „Je mehr Zeit vergeht, desto mehr kommt man zu dem Schluss, dass das hier nie was werden kann“.

Vor allem deshalb nicht, weil die benötigte Fläche – etwa 35.000 m² – in Murnau weder zur Verfügung steht, noch mit einem Preis von 200 €/m² konkurrierenden Angeboten standhalten kann.

Allein die erwähnte Option – günstigere Miete oder Kauf samt Erweiterung der bestehenden Gebäude und Zuerwerb der dann noch benötigten Flächen – hält den Standort Murnau im Spiel. Und damit die Gewerbesteuer- Einnahmen für die Gemeinde.

Die etwa 275 Arbeitsplätze wären bei einem Weggang nicht gefährdet, „die Arbeitskräfte sind unser größtes Kapital, das wollen und müssen wir uns erhalten.“ Deshalb soll der neue Standort – so er denn unumgänglich ist - nicht mehr „als 20 bis maximal 30 Kilometer“ vom alten entfernt sein.


Letzte Meldung vom 13. November 2014