TQ-Systems – der Zukunft möglichst einen Schritt voraus

 

Auch wenn es bisher (noch) kein Branchenkonzept für Murnau gibt – in der Realität zeichnet sich ab: Der Standort entwickelt sich zu einem Zentrum innovativer High-Tech-Unternehmen im Oberland.

Was Rolf Beuting bei seinen bisherigen Besuchen in Firmen mit Sitz im Kemmelpark feststellen konnte, bestätigt sich durch die Begegnung mit TQ-Systems. Ob es um kabellose Echtzeitübertragung am Film-Set, um intelligente Gar- und Kochgeräte, ein leistungsstarkes E-Bike, das Steckdosen-Radio, ein Gerät zur Phasenermittlung im weiblichen Zyklus, den High-Tech Energy Manager fürs Privathaus geht oder darum, in rasender Geschwindigkeit gigantische Geldscheinmengen zu zählen, zu sortieren und zu dokumentieren – immer steckt Elektronik von TQ darin.

TQ steht für „Technologie in Qualität“. Die TQ-Gruppe mit dem Hauptsitz Gut Delling bei Seefeld entwickelt und produziert an 9 Standorten in Deutschland sowie in Fontaines/Schweiz und Shanghai/China Lösungen für Herausforderungen, die sich oftmals erst morgen stellen. Etwas prosaischer ausgedrückt handelt es sich dabei um elektronische Leiterplatten, Baugruppen und Geräte: Der Kunde kommt

mit einer mehr oder weniger elaborierten Idee. Gemeinsam mit ihm entwickelt TQ diese Idee weiter, setzt sie in Elektronik um, produziert die Baugruppen und montiert schließlich das komplette Gerät. Vertrieben wird es dann vom Kunden, TQ tritt nach außen (meist) nicht in Erscheinung.

Einer der neun Standorte ist Murnau. Den gibt es seit 1996 unter anderem deshalb, weil Detlef Schneider, einer der beiden Geschäftsführer des Gesamtunternehmens, während seiner Zeit als Berufssoldat in Murnau das Kemmelgelände kennen gelernt hatte.

TQ Systems Murnau wird zusammen mit der TQ-Niederlassung in Peißenberg seit 2004 von Friedrich Maier geleitet. Friedrich Maier ist studierter Elektrotechniker (Dipl.-Ing.) und ist – zunächst als Einkaufsleiter - von Anfang an dabei. Im Gespräch mit Rolf Beuting stellt Friedrich Maier das Unternehmen TQ-Systems im Rahmen einer Power Point Präsentation zunächst virtuell, im Anschluss bei einem Rundgang auch real vor.

Die TQ-Gruppe begann 1994 mit drei Mitarbeitern und erwirtschaftete einen Umsatz von 3,4 Millionen Euro. Inzwischen sind es 1.200 Mitarbeiter, und der Umsatz beträgt 220 Millionen. Das Unternehmen ist weiterhin inhabergeführt und steht auf einer sehr soliden wirtschaftlichen Grundlage. So soll es bleiben. „Höchste Priorität hat der Kunde“.

Für dieses Credo und seine Umsetzung hat TQ-Systems eine Vielzahl an Preisen erhalten. Darunter zum wiederholten Mal den „Bayerns Best 50“ und aktuell in 2013 den „E²MS-Award“. Hier kann man nicht mehr von einem „Hidden Champion“ sprechen, sondern von einem Unternehmen, dessen Erfolge sichtbar sind.

Auf Beutings Frage nach der Zukunft des Standortes erwidert Friedrich Maier, dass die erworbene Gesamtfläche für eine eventuell erforderliche Erweiterung ausreicht. Die üblicherweise vorgebrachten Standortschwächen – hohe Wohnkosten und Arbeitskräftemangel – kann das Unternehmen durch seine Standorte kompensieren. Beispielsweise dadurch, dass es Nachwuchs in Seefeld ausbildet und die Entwicklungsstandorte in Chemnitz und Leipzig betreibt.