Seit über 60 Jahren größter Arbeitgeber in Murnau – die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik

„Mit dem Unfallversicherungsgesetz vom 6. Juli 1884 wurden die rechtlichen Voraussetzungen für die „korporativen Genossenschaften“ geschaffen. Diese Genossenschaften waren als selbstverwaltete Zusammenschlüsse von Unternehmern, den so genannten Berufsgenossen, gedacht, und wurden daher im Gesetz als Berufsgenossenschaften bezeichnet“ (Wikipedia). Sie sollten und sollen weiterhin in erster Linie durch Prävention Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten verhüten. Falls dennoch der Versicherungsfall eintritt, so haben die Berufsgenossenschaften „mit allen geeigneten Mitteln“ für Wiederherstellung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Betroffenen zu sorgen. Um diesen Auftrag zu erfüllen, wurde bereits 1890 in Bochum die erste Unfallklinik der Welt errichtet – sie existiert noch heute als „BG Universitätsklinikum Bergmannsheil“. Mittlerweile stehen berufsgenossenschaftliche Unfallkrankenhäuser an 9 Standorten in Deutschland – von Hamburg im Norden über Duisburg im Westen und Halle im Osten bis Murnau im Süden. Die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau – in der Bevölkerung (das) UKM genannt – ging aus der "Berufsgenossenschaftlichen Sonderstation zur Behandlung und Berufsfürsorge für Unfallverletzte" in Hohenaschau am Chiemsee hervor, die Anfang der 50er Jahre an die Grenzen ihrer personellen und räumlichen Leistungsfähigkeit gestoßen war.

Als das UKM am 25. Februar 1953 eröffnet wurde, standen für die damals vier Abteilungen 250 Betten zur Verfügung. Seit Fertigstellung des Anbaus sind es rund 550.

 

In den letzten Jahren haben auch ausländische Patienten das Oberland und die medizinischen Leistungen Murnaus kennen und schätzen gelernt, die Zahl der Patienten aus den arabischen Ländern ist erkennbar angestiegen, berichtet Karl-Heinz Kaufmann, der kaufmännische Geschäftsführer im Gespräch mit Rolf Beuting, dem Bürgermeisterkandidaten von ÖDP/Bürgerforum. Weitere Gesprächspartnerin ist Sarah Heinze, stellvertretende Geschäftsführerin der Klinik. Verschiedene arabische Staaten/Emirate unterhalten in ihren Münchener Konsulaten eigene Fachstellen, um die Patientenströme aus ihren Ländern in Deutschland zu kanalisieren. „Aber“, fügt Kaufmann hinzu, „für uns gilt nach wie vor der satzungsgemäße Auftrag und das heißt: Aufnahmebereitschaft für hilfebedürftige Patienten „rund um die Uhr“ ist gewährleistet.“ Damit das auch in Zukunft so bleibt, soll der Anteil anderer - in der Regel arabischer - Patienten 10% nicht übersteigen. An den Standortbedingungen haben weder Kaufmann noch Heinze viel auszusetzen. „Der Mangel im Pflegepersonalbereich wird auch Murnau erreichen“, aber noch ist es nicht so weit. Um das Irgendwann so weit wie möglich in die Zukunft zu verschieben, gibt es seit 2012 eine Pflegeschule mit 25 Ausbildungsplätzen/Jahr. „Die Nachfrage ist höher als das Angebot“. Sarah Heinze merkt an, dass sowohl die Mitarbeiter wie auch die Patienten einen Ortsbus begrüßen würden - „aber nicht nur einmal morgens und einmal abends, sondern im Stundentakt“. Beide erinnern daran, dass der hochwassersichere Ausbau der Staatsstraße 2062 in Richtung Schwaiganger aussteht. Schließlich handelt es sich um einen wichtigen Anfahrweg der Klinik. 

Mit Beginn des Jahres 2016...

... werden "die neun berufsgenossenschaftlichen Akutkliniken, zwei Kliniken für Berufskrankheiten und zwei Unfallbehandlungsstellen in Deutschland (BG-Kliniken) ... als ein Unternehmen geführt."

 Details 

 

zurück