„Wir bedrucken alle Materialien, die flexibel sind“

Die Wiesendanger Medien GmbH begann 1969 als Ein-Mann-Offset-Druckerei in Hechendorf. Der eine Mann war Siegbert Wiesendanger, Vater des heutigen Firmen-Inhabers Peter, und „unser erster Kunde war das Autohaus Mayr“.

Seither ist die Firmengeschichte gekennzeichnet von ständigem Wachstum: des Auftragsvolu­mens, des Maschinenparks, des Umsatzes, des Personalbestands. Und des Raumbedarfs. Letzterer hatte mehrere Umzüge zur Folge, bis im Jahr 2002 der heutige Standort an der Dr.-Schalk-Straße bezogen werden konnte.

Auch hier und heute ist die Expansion (noch) nicht abgeschlossen. Sich selbst bezeichnet die Wiesendanger Medien GmbH als „erfolgreiches mittelständisches Unternehmen, das... das gesamte Spektrum von der Medienplanung bis zur Realisierung des Druckprodukts abdeckt.“ In der Unternehmensphilosophie spielen Kundenvertrauen, Kundenzufrie­denheit und die daraus resultierende Kundenbindung eine Schlüsselrolle.

Derzeit arbeiten „einschließlich Chef und Chefin“ 23 Mitarbeiter im Unternehmen. Diese Zahl soll nach der Umstellung auf den sogenannten „UV-Offset-Druck“ - ein Verfahren, bei dem gleichzeitig mit dem Druck die Trocknung abgeschlossen ist - auf 28 bis höchstens 30 steigen. Insgesamt müssen etwa 2,5 Millionen Euro in Maschine und Peripherie sowie den nahezu fertiggestellten Anbau investiert werden.

Der ÖDP/Bürgerforum-Bürgermeisterkandidat Rolf Beuting, zu Besuch bei der Wiesendanger Medien GmbH, erkundigt sich nach den Standortbedingungen aus Sicht des Unternehmens. Zunächst einmal gibt es Lob für die Gemeindewerke und ihren Leiter. „Karl Steingruber ist ein sehr guter Partner“.

Auch sonst findet Peter Wiesendanger Positives. Er ist gut vernetzt und sieht in der regionalen Ausrichtung eine wesentliche Grundlage für Kunden- und Mitarbeiterbindung. Rund 12% des Umsatzes werden mit Murnauer, etwa 60% mit Münchener Kunden erwirtschaftet. Der Rest kommt „aus der Schiene zwischen Ulm im Westen und Rosenheim im Osten“.

Von seinem Energieberater, einem Spezialisten für Druckereien, sieht er sich gut beraten, und hat im Zuge der An- und Umbaumaßnahmen unter anderem die Lärm- und Wärmedämmung verbessert, die gesamte Beleuchtung auf LED umgestellt; er nutzt die Abwärme zur Bodenheizung und ist darauf vorbereitet das Nachbargebäude mit Fernwärme zu versorgen.

Die Lärmdämmung trug erheblich dazu bei, dass der in drei Schichten und an sieben Tagen in der Woche arbeitende Betrieb in Frieden mit der Wohn-Nachbarschaft lebt.

Weniger zufrieden ist Wiesendanger mit der Internetanbindung, auch wenn es „bei der Kommuni­kation mit den Kunden nicht in erster Linie auf Geschwindigkeit ankommt, sondern auf Vertrauen“.

Eine der größten Standortschwächen ist der Fachkräftemangel. Das Unternehmen bildet bisher zwei bis drei Lehrlinge zu (Industrie)Buchbindern oder Medienge­staltern aus. Sobald die Umstellung auf den UV-Offset-Druck abgeschlossen ist, soll es vier Lehr­stellen geben.