ÖDP/Bürgerforum vor Ort am Molohaus

Molopark – wie begraben sind die Bebauungspläne?

Der heute so genannte Molopark entstand in den Jahren zwischen 1932 und 1934, als Walter von Molos zweite Ehefrau Anne in Hechendorf Grundstücke erwarb und ein Haus errichten ließ. Walter und Anne von Molo lebten von 1934 bis 1958 gemeinsam, die Witwe nach Walters Tod bis 1983 hier. 1969 verkaufte sie das 4,036 Hektar große Gelände auf Rentenbasis an die Gemeinde. Im Gegenzug erhielt sie bis an ihr Lebensende das unentgeltliche Nutzungsrecht und trug die Unterhaltskosten. Der Markt Murnau verpflichtete sich, bei Inbesitznahme nach dem Tod der Verkäuferin das Grundstück für Erholungs- und Kur-Zwecke zu verwenden. Dies wurde ihr zugesichert – allerdings in einer juristisch nicht unanfechtbaren Form.

Bereits 1991 wollte eine Mehrheit des Gemeinderats einen Teil des Geländes, etwa 5.000m2, als „Sondergebiet“ ausweisen, damit ein Investor dort ein Hotel-Therapie-Zentrum mit einer Kapazität von 300 Betten erstellen konnte. Aus dem Plan wurde nichts, da die Regierung von Oberbayern die Ausweisung untersagte.

Gut zehn Jahre später – es fehlte gerade mal wieder an Geld in der Gemeindekasse – sollten im nördlichen und westlichen Teil des Parks zunächst 2.500, kurze Zeit später gar 5.000m2 veräußert werden, diesmal um Wohnungen zu errichten. Auch hieraus wurde nichts. Geplant wurde jedoch weiter. Zwei Jahre später ging es bereits um die doppelte Fläche, genau 11.000 m2 einschließlich Abriss der Villa – 33 Wohneinheiten sollten entstehen.

Eine Bürgerinitiative entstand, eine Petition im Bayerischen Landtag wurde eingereicht, der Petitionsausschuss erschien vor Ort... die Bebauungspläne verschwanden in der Schublade.

Auch das Schicksal des Hauses ist kein Ruhmesblatt. Jahrelang wurde es durch Überbelegung heruntergewohnt, dannn aufwändig saniert, erneut mit Mietern überbelegt – und steht nun seit etwa 2 Jahren leer und verfällt.

Vor diesem Hintergrund sind die Beratungen zu sehen, die – initiiert durch Anträge von ÖDP/Bürgerforum sowie anderer Fraktionen – von Zeit zu Zeit zur Zukunft von Molohaus und Molopark im Gemeinderat stattfanden und schließlich in eine Sondersitzung mündeten, die am 6. Februar ausschließlich dem Thema Molohaus und Molopark gewidmet sein soll. Bei der Gelegenheit sollen in öffentlicher Sitzung mögliche Investoren und deren Vorstellungen zur Nutzung des Molohauses vorgestellt werden.

Um sich auf die Sitzung vorzubereiten und sich mit der Meinung von Anliegern und sonst interessierten Murnauer Bürgern vertraut zu machen, hatten Rolf Beuting und Michael Manlik vom ÖDP/Bürgerforum zu einem Termin vor Ort eingeladen.

Für die Nutzung des Hauses gab es eine Vielzahl von unterschiedlichsten Vorschlägen – angefangen vom Künstler-Atelier über Café, Gemüse-Museum, Jugendheim bis zur Mehrgenerationen-WG. Unbeantwortet indessen blieb die Frage: wer soll das bezahlen? Dass die Gemeinde es nicht tun würde, machten die anwesenden Gemeinderäte deutlich.

Übereinstimmung allerdings herrscht, was den Park - rein rechtlich eigentlich nur eine landwirtschaftliche Nutzfläche – betrifft: Er soll überhaupt erst einmal als solcher, als Park eben, ausgewiesen, möglichst mit dem Seidlpark zusammen überplant und erhalten bleiben. Ob nun mit Skulpturen, Abenteuer-Spielplatz, Teichlandschaften, vielen oder nur wenigen Bänken ausgestattet.

Damit wären dann auch die Pläne in den Schubladen endgültig Makulatur.

Und dass die für einen Molo-Park, der diesen Namen verdient hätte, erforderlichen Mittel durch die Gemeinde aufzubringen seien, wollten auch die gewählten Vertreter nicht bestreiten.

Man darf gespannt sein auf das Ergebnis der Sondersitzung.