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vor Ort: Zukunft der Murnauer Bucht

Murnauer Bucht oder Schweinebucht – Strandbad oder Freizeitpark?

Allmählich bildet sich um die Gemeinderäte und Mitglieder von ÖDP/Bürgerforum am Ufer des Staffelsees eine wachsende Gruppe von Interessierten. Am Ende sind es um die zwanzig (und ein Hund). Es geht um die Frage: Wie soll die Zukunft des einzigen Murnauer „Seegrundstücks“ aussehen? Rolf Beuting begrüßt, Stefan Lechner und Guntram Gattner stellen die Lage dar.

Ausgelöst durch Anträge von Murnau Miteinander und aus der Mitte des Gemeinderates zur Errichtung einer Seesauna im oder am Strandbad hatte sich im April und Juni des vergangenen Jahres eine Arbeitsgruppe – Gemeinderäte aller Fraktionen, Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung und Mitglieder von Murnau Miteinander – mit der Murnauer Bucht befasst. Nachdem man zweimal getagt hatte, kam man überein: der freie Seezugang muss erhalten bleiben. Zum einen, und zum anderen: Eine Sauna von den Ausmaßen der „montemare Seesauna“ in Tegernsee ist ausgeschlossen.

Das fragliche Areal ist ein Fleckenteppich aus gemeindeeigenen, an die Gemeinde verpachteten, von der Gemeinde an andere verpachteten und privaten Flurstücken. Erhebliche Teile der Gesamtfläche zu beiden Seiten der Seestraße dienen als Parkplatz. Was vor allem im Sommer nicht ausreicht, so dass auch der Fußweg Richtung Osten bis zum Minigolfplatz zugestellt wird.

Mittlerweile geht es nicht mehr nur um Strandbad und Seesauna. Es geht um den Fußballplatz, um eine Verlegung der Seestraße nach Osten, um die „Kleingastronomie“ an der Anlegestelle, die für einen schlichten Kiosk zu sehr gewachsen ist und den hygienischen Ansprüchen nicht genügt; es geht (schon seit längerem) um eine Toilettenanlage. Es geht darum, dass Murnau auch zukünftig zu Recht das Prädikat „am Staffelsee“ im Namen führt.

Wie die Mitglieder des Arbeitskreises finden die „vor Ort“ erschienenen Murnauer Bürger/innen, dass der Zugang zum See erhalten bleiben muss „als Bereich, wo man kosten- und zwanglos ein freier Mensch sein kann“. Auch weil es „sonst keine Stelle gibt, wo man mit Boot und Trailer an den See kommt.“ Eine Verlegung der Seestraße nach Osten wäre wünschenswert – allerdings problematisch. Zum einen wegen der Eigentumsverhältnisse bei den betroffenen Grundstücken, zum anderen, weil mit der Straße wohl auch Versorgungsleitungen verlegt werden müssten.

Die westlich der Seestraße gelegenen Parkplätze auf die andere Straßenseite bringen, um die Grünfläche am See zu vergrößern – ebenfalls wünschenswert, es stellt sich jedoch die Frage: wohin? Nach gegenüber? Michael Manlik protestiert: „Die Gemeinde zahlt für das gepachtete Grundstück jedes Jahr viel Geld, aber nicht, damit das alles nur noch Parkplatz ist.“

Überhaupt die Parkplätze: jede Art von Parkraumbewirtschaftung wäre hilfreich, um das „Parkplatzchaos“ zu ordnen. Der Vorschlag ein Parkhaus zu errichten stößt mehrheitlich auf Protest.

Ein ganzjährig geöffnetes Restaurant? – nicht schlecht; würde nicht zuletzt das Toilettenproblem erledigen. Und es würde sich rechnen, finden die meisten, „wenn die Küche stimmt“. Aber da hätte man dann wieder das Problem mit den Parkplätzen...